Wedding: „Café Pförtner“

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“Nächster Halt: Kaffeekränzchen!” Im Wedding befindet sich ein ganz besonderes “Kaffeehäuschen“: Im “Café Pförtner” kann man seinen Cappuccino in einem ausrangierten Linienbus aus dem Rheinland schlürfen. Stand schon lange auf meiner Liste, habe ich nun endlich mal gemacht!

Im Inneren sieht der Bus so aus, wie Busse in meiner Kindheit eben aussahen: große Fenster, abgerundete Ecken, schnöder Linoleumboden und Plastiksitze, dessen Härte sich bei jedem Schlagloch bemerkbar machte. An der Decke hängt ein Linienplan aus dem Gebiet rund um Düsseldorf, gleich neben dem Aufkleber mit dem altbekannten Warnhinweis: “Sehr geehrter Fahrgast! 60 DM sind viel Geld…” (Heutzutage wäre das umgerechnet lediglich die Hälfte des mittlerweile fälligen Betrags, wenn man beim Schwarzfahren erwischt wird).

Ein Bus wie jeder andere. Mit einer Ausnahme: Er fährt nirgendwo hin. Ein Großteil der orangenen Plastiksitze wurde entfernt und gegen Holztische und Stühle (mit Kissen!) ausgetauscht; von der Decke hängen graue Lampen, die sich so perfekt in das Ensemble einfügen, dass ich zunächst überlegen musste, ob es in Bussen regulär solche Lampen gibt (natürlich nicht).

Mit meiner Tasse voll braunem Gebräu mache ich es mir im hinteren Teil des Gefährts gemütlich und lasse einen Kindertraum aufleben: Wie Elvis und Lulu aus “Hallo Spencer” hätte ich damals liebend gerne in einem ausrangierten Zug oder Bus gewohnt! Nun schaue ich durch die Panoramascheiben hinaus auf das Areal der ehemaligen BVG-Werkstätten, das heutzutage einigen Kreativen Raum bietet.

Das “Café Pförtner” befindet sich – der Name verrät es schon – in den Räumen, in denen früher der Pförtner darüber entschied, wer auf das Gelände durfte und wer nicht. Wer einen Platz in der Pförtnerloge, im Linienbus oder unter freiem Himmel einen Platz ergattert, kann hier in Ruhe Tee trinken oder Mittagessen. Der wilde Wedding und die trubelige Badstraße scheinen weit entfernt, gemächlich fließt die Panke vorbei…

Café Pförtner
Uferstraße 8-11
13357 Berlin-Wedding
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-23h, Sa/So 11-23h
U: Pankstraßeberlin_pfoertner_collage1berlin_pfoertner_collage2berlin_pfoertner_strafe

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Berlin-Kreuzberg: Salon Schmück

Lehnt euch zurück in einen der plüschigen Samtsessel und genießt das Treiben im Café und auf dem trubeligen Bürgersteig der Skalitzer Straße: Hier, am östlichsten Ende von Kreuzberg, in Steinwurfweite der Spree, verströmt der Kiez dank ratternder Hochbahn einen kleinen Hauch von New York. Der „Salon Schmück“ fügt das Berlin-Gefühl hinzu.

In dieser hübschen Mischung aus Café, Bar und Vintage-Shop kann man vorzüglich seine Zeit verplempern. Bis 16 Uhr – wir sind hier schließlich in Berlin – darf die ausführliche Frühstückskarte ausprobiert werden. Reicht ein „Mini-Süß“ mit Croissant und Marmelade (2,50 Euro)? Oder soll es gleich das mit allerlei Käsesorten verfeinerte „Alm-Frühstück“ (ca. 6 Euro) sein? Wer auf Müsli steht, kommt hier ebenfalls nicht zu kurz (Müsli mit frischen Früchten der Saison und Joghurt, 4 Euro), ebenso wie Freunde des gequirlten Ei in allen Variationen.

Auch zu jeder anderen Tageszeit ist das Schmück eine perfekte Anlaufstelle für einen gemeinsamen Kaffee oder eine ruhige Lesestunde. Dass man auf die Tasse heiße Schokolade oder das Stückchen hausgemachten Kuchen (ab 2,50) gelegentlich etwas länger warten muss, vergisst man schnell bei der riesigen Auswahl an Tageszeitungen und Magazinen, die neben der Theke zur Verfügung stehen. W-Lan wird ebenfalls kostenlos angeboten – wer aufgrund leerer Akkus das Stromnetz anzapft, zahlt eine kleine Gebühr von 1 Euro.

Salon Schmück
Skalitzer Straße 80
10997 Berlin (Kreuzberg)
Tägl 9 bis 2 Uhr
Fr/Sa 10 bis 5 Uhr
Haltestelle: Schlesisches Tor

Von einer die aufstand, Kaffee zu kochen

Ein Morgen ohne frisch gebrühten Kaffee? Undenkbar. Seit vielen Jahren treibt mich der intensive Kaffeedurst allmorgendlich dazu, die warmen und flauschigen Bettfedern zu verlassen und gen Küche zu tapern – wo eine in windeseile angeranzte Espresso-Kanne auf dem Gasherd ihren Verpflichtungen harrt. Das meditative Ritual beherrsche ich mittlerweile im Schlaf, was auch vonnöten ist – meine Augenlider lassen sich um diese Zeit meistens nicht so leicht davon überzeugen, offen zu bleiben.

Nur wenige Minuten dampft und gluckert es, bis sich der heiße Espresso dank einfachster physikalischer Gesetze seinen Weg durch die kleine Öffnung im Deckel bahnt. Jetzt noch schnell ein Schlückchen Milch in die Punktetasse und – aaaah. Der Tag kann losgehen.

In diesem Blog – liebevoll das „Kaffeehäuschen“ genannt – wird es um Kaffee gehen, so viel ist klar. Doch werde ich euch nicht mit meinem täglich ansteigenden Konsum des braunen Getränks langweilen – vielmehr steckt hinter der ganzen Sache ein Projekt. Langsam aber sicher werde ich mich durch die Kaffeehäuser der Republik schlürfen, dabei das eine oder andere Stückchen Krümelkuchen und Sahnetorte sicherlich nicht verschmähen. Dem Geist des „Draussen nur Kännchen“ im Rheintal nachspüren, auf Flohmarktsesseln in Cafés in Berlin den modernen Bohèmiens beim Zeit vertrödeln zuschauen oder mir in Köln auf dem Campus der Universität an viel zu heißem Filterkaffee die Zunge verbrühen.

Entstehen soll daraus ein Buch, genauer gesagt ein Café-Reiseführer für Deutschland. Mit Momentaufnahmen, Rezepten, Geschichten und Anekdoten für die Hosentasche. Wir sind schließlich die Kaffee-Nation Nummer 1!

Nun seid ihr gefragt: Welches ist euer Lieblingscafé? Wo gibt es den besten Kuchen? Den stärksten Espresso? Die hübscheste Tapete? Her mit euren Tipps!