Berlin Prenzlauer Berg: Engelberg

Der Wunsch nach gut bürgerlichem, schnickschnackfreiem und bodenständigem Essen taucht – in Zeiten ständiger Abrufbarkeit und schnellen Snacks zwischendurch – heutzutage immer häufiger auf. Das „Engelberg“ in Prenzlauer Berg greift die Praxis der „Slow Food“-Bewegung auf und sollte erste Anlaufstelle für alle sein, die auf dicke, herzhaft belegte Stullen, hausgemachten Apfelkuchen und Weißwürste stehen.

Obwohl das Café mitten im Land der Latte Macchiato-Mütter und veganer Schonkost liegt, spielen ausgeklügelte Kaffeekreationen und tierfreundliche Speisen hier eher eine Nebenrolle. Ganz im Gegenteil, muss man sagen: Wagenradgroße Käselaibe, dicke Schinkenstücke und pralle Weißwürste liegen schmackhaft aufgereiht in einer großen gläsernen Theke, die den Blick der Besucher bereits beim Betreten des Cafés auf sich zieht.

Wer sich für einen Frühstücksteller entscheidet, bekommt – neben knackigen Brot- und Brötchensorten – wahlweise hauchdünne Salami-, Schinken- oder Käsescheiben serviert (Grundpreis mit einer Beilage 6,50 Euro). Alternativ kann das Bircher-Müsli mit knackigen Haferflocken und saisonalem Obst (4,50 Euro) auf voller Länge überzeugen. Die Getränketruhe hält unter anderem fünf verschiedenen Sorten von frisch gekeltertem Apfelsaft (2,80 Euro) oder Rhabarberschorle bereit.

Das Einrichtungskonzept des kleinen Cafés verzichtet auf Folklore-Kitsch aus Bayern zu Gunsten einer puristischen Großstadt-Einrichtung: Große, rustikal wirkende Holztische mit Löchern, schwarz lackierte Fabriklampen, gußeiserne Kochtöpfe gefüllt mit frischen Äpfeln und Holzkisten mit einer riesigen Auswahl an Weinsorten bilden zusammen eine Atmosphäre, die „die gute alte Zeit“ mit einer gehörigen Portion stilvoller Modernität verbindet. Wer sich einen sonnigen Platz auf der kleinen Außenterrasse ergattern kann, hat außerdem die Möglichkeit, das charmant-kuriose Treiben auf einer der breitesten Straßen des Kiezes auf sich einwirken zu lassen.

Engelberg
Oderberger Straße 21
10435 Berlin
Di-Fr 8:30 bis 18:30 Uhr
Sa/So 9:30 bis 19:30 Uhr
Haltestelle: Eberswalder Straße

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Berlin: Glory Whole -geschlossen!-

Update: Dieses Café gibt es leider nicht mehr.

„Bio-Sauerteigstullenhälfte mit Azurki-Bohnen-Tomatenmus“, auf Wunsch auch als „Klappstulle to go“ – das kleine Soutterrain-Café „Glory Whole“ (bitte nicht verwechseln mit der Bezeichnung „Glory Hole“) auf der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg muss man schon allein aufgrund dieser wundervollen Wortkreationen lieben. Bonus: Die hinter den Wortwürmern steckenden Gerichte sind wirklich lecker.

Auf Wunsch werden die dicken Sauerteigstullen auch beschmiert mit hausgemachtem Apfelgelee mit Rosmarin und Vanille oder Dattel-Walnuß-Gorgonzolacrème (1,90 Euro für die Hälfte, 2,90 Euro für die ‚Klappstulle‘), die man verzehrt, während man die neuesten Schuhmoden auf dem Bürgersteig beobachtet – wir befinden uns hier schließlich unter Straßenniveau.

Von Kelleratmosphäre kann hier allerdings keine Rede sein, eher charmant wirken die unverputzten Backsteinwände und der hellbraune Linoleumboden. Die für Berlin typische Einrichtungskombination aus alten Küchenstühlen, Schultischen, seidenen Lampenschirmen und plüschigen Sofas wirkt hier keinesfalls mottenzerfressen, sondern wie ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Dass die cremig-schmackhafte Kürbissuppe mit – auch für Prenzlauer Berg verhältnismäßig teuren – 5,50 Euro zu Buche schlägt, vergisst man gerne, während man den Kellnern und ihren rot-weiß-karierten Schürzen bei der Arbeit zuschaut und sich die Schlager und Chansons aus den 1930er und 40er Jahren sozusagen im Ohr zergehen lässt…

Glory Whole
Oderbergerstraße 13
10435 Berlin (Prenzlauer Berg)
Do – So 10 bis 18 Uhr
Haltestelle: Eberswalder Straße

Berlin Prenzlauer Berg: Manolo

Die Eingangstür des Cafés wird aufgeworfen: Ein Mann mittleren Alters mit Trenchcoat und grauem Hut tritt ein, wirft einen Blick durch den Raum, setzt sich auf einen der Holzstühle am Fenster. Während er sich eine Zigarette anzündet, winkt er den Kellner heran, „Einen Kaffee bitte, schwarz!“.

Ob derartige Szenen heutzutage noch im „Manolo“ stattfinden, dafür sei an dieser Stelle nicht gebürgt – aber es gibt wohl kaum einen besseren Ort für konspirative Treffen oder heimliche Stelldicheins als das Café auf der Ecke Schönhauser Allee / Danziger Straße. Zumindest theoretisch: Denn auch wenn die dunkelgrün gestrichenen Hochbahnbögen mit der ratternden U2, die bis Hüfthöhe gerafften Gardinen an den Fenstern, die verschnörkelten Garderobenhaken und die zahlreichen Zeitungen an Holzgriffen einen Hauch New York der 1940er Jahre verströmen, befinden wir uns eben doch im Osten Berlins des 21. Jahrhunderts.

Platziert inmitten von großen Grünpflanzen und mit einer Tasse Cappuccino versorgt (klein 2,40 Euro) bietet sich das Manolo ideal zum people watching an, blickt man doch direkt auf die äußerst belebte Kreuzung Eberswalder Straße. Relativ leicht und unbeschwert lässt es sich hier den kompletten Nachmittag verbringen, sei es bei einem Stück „Kalter Hund“ (2,50 Euro) nach Großmutters Rezept, der äußerst kalorienreichen Herrentorte (3 Euro) oder Rum-Nuss-Kuchen (3 Euro). Auch verschiedene Spirituosen, Heiß- und Kaltgetränke werden gerne über den Vintage-Tresen gereicht.

Wer das Café zu Frühstücks-Zeiten aufsucht, kann zwar nicht auf eine ausgedehnte Frühstückskarte zurückgreifen, wie sie in anderen Cafés des Stadtteils üblich ist, dafür aber auf eine schmackhafte Auswahl an belegten Croissants, Laugenstangen und Körnerbaguettes (um die 3 Euro) oder Bircher-Müsli (2,90 Euro).

Nicht bei allen auf Gegenliebe stößt hingegen das Verbot von Kinderwagen – doch vielleicht ist es genau diese Einschränkung, die das Manolo zu einem angenehmen und ruhigen Anlaufpunkt inmitten des turbulenten Verkehrschaos macht.

Manolo
Schönhauser Allee 45 / Ecke Danziger Straße
10437 Berlin (Prenzlauer Berg)
Mo – Do 7 bis 22 Uhr
Fr / Sa 7 bis 24 Uhr
Haltestelle: Eberswalder Straße

Berlin Prenzlauer Berg: Kauf dich glücklich

Im Herzen von Prenzlauer Berg, auf der Achse zwischen Kulturbrauerei und Mauerpark liegt das „Kauf dich glücklich“. Es ist die großes Schwester des „Glücklich am Park“ auf der Kastanienallee und Mutter mittlerweile zahlreicher Ableger in Münster, Köln, Düsseldorf, Bremen, Stuttgart, Hamburg und München.

Am Wochenende – insbesondere in den Sommermonaten – schlängelt sich die hungrige Meute bis auf den breiten Bürgersteig der seit kurzem in hübschen Pastellfarben durchsanierten Oderberger Straße. Und das nicht ohne Grund: Die Waffeln und Crepes, die das Café in allen nur erdenklichen Kombinationen auf der Speisekarte stehen hat, sind vorzüglich. Hinzu kommt eine kleine und feine Auswahl an Eissorten.

Doch das „glücklich“ hat noch viel mehr zu bieten: Wie in Berlin üblich, sind die Innenräume des Cafés ausschließlich mit Möbeln vergangener Jahrzehnte eingerichtet. Und wenn man sich spontan in das dunkelrote Plüschsofa verliebt, auf welchem man die heiße Schokolade schlürft, kann man dieses sogar kaufen und mit ins heimische Wohnzimmer nehmen.

Wer kein besonderer Fan von Waffeln mit Puderzucker , heißen Kirschen, Vanille-Eis, Schokostreuseln oder Liebeskügelchen (zwischen 1,50 Euro und 3 Euro) ist (gibt es solche Menschen?) und es lieber herzhafter mag, ist mit dem Lachs-Dill- Meerrettich-Crepe oder verschiedenen Käsesorten (jeweils um die 4 Euro) gut beraten.

Da das „Kauf dich glücklich“, dessen Name den Gründern übrigens ganz nebenbei beim Spülen einfiel, nicht nur im Bezug auf das Nahrungsangebot süße Erinnerungen an die Kindheit erwecken möchte, gibt es obendrein noch eine kleine Auswahl an feinen Spielzeugen zu kaufen: Gummifische, Holzdöschen für die Milchzähne, Schwimmfiguren, Papierschirmchen, Spielzeugautos… Noch Wünsche?

Kauf dich glücklich
Oderberger Straße 44
10435 Berlin (Prenzlauer Berg)
Mo-Fr 12 bis 1 Uhr
Sa/So 10 bis 1 Uhr
U2 Eberswalder Straße

Berlin Prenzlauer Berg: An einem Sonntag im August

An einem Sonntag im August 1961 wurde mehr oder weniger überraschend und in Windeseile die Berliner Mauer hochgezogen. „An einem Sonntag im August“ heißt heute – 50 Jahre nach besagtem Wochenende und mehr als 20 Jahre nach dem Fall des „Antifaschistischen Schutzwalls“ – auch ein beliebtes Café im Herzen des Prenzlauer Bergs.

Direkt am Anfang der Kastanienallee oder „Castingallee“, wie sie im Volksmund gerne genannt wird, befindet sich das „Sonntag“. Hier tummelt sich eine bunte Mischung aus Studenten, Touristen, Spätaufstehern und Tagträumern auf den plüschigen Sperrmüllmöbeln. Die äußerst freundlichen bzw. niedrigen Preise laden dazu ein, hier den ein oder anderen Nachmittag zu verbringen.

Oder gleich den ganzen Sonntag: Das am Wochenende angebotene Brunch-Buffett kostet nur 3,90 Euro. Ausgefallene Köstlichkeiten darf man aus diesem Grund zwar nicht erwarten, aber die ein oder andere Schrippe mit Pflaumenmus oder das obligatorische Rührei stehen sehr wohl auf dem Programm und stillen den Frühstückshunger.

Koffeinfreunde werden sich über den XL-Cappuccino für 2,50 Euro freuen, auch Liebhaber anderer ausgefallener Heißgetränke wie „Russentee“ oder „ChiliSchokolade“ kommen hier nicht zu kurz. Wer zu späterer Stunde in der Kastanienallee aufschlägt, wird mit verschiedenen hausgemachten Suppen oder Baguettes beköstigt, dazu gibt es kostenloses W-Lan, Musik aus den 60er Jahren, die ein oder andere altbackene Stehlampe und einen abgetrennten Raucherbereich, dessen Tür erst vor kurzem durch eine große Glasscheibe ersetzt wurde, um die Zigarettenfreunde nicht mehr auszugrenzen.

An einem Sonntag im August
Kastanienallee 103
10435 Berlin (Prenzlauer Berg)
Tägl 9 Uhr bis spät
U2 Eberswalder Straße

Berlin Prenzlauer Berg: Napoljonska

Waffeln, Eis und überall Rosa – Das Napoljonska im Prenzlauer Berg ist der Traum eines jeden Mädchens, möchte man meinen. Doch das Café wird mitnichten nur von Muttis mit Kinderwagen und kleinen Mädchen mit pinken Schleifen im Haar besucht: Am Wochenende treffen sich hier die unterschiedlichsten Menschen zum Kaffeeklatsch.

Denn die Auswahl auf der Speisekarte ist einfach unschlagbar für Zuckerschnuten jedweder Gattung: An einer Außentheke werden (nicht nur in den Sommermonaten) ausgefallene Eissorten serviert, während im Inneren französische Tartelettes, Muffins und Zuckerkugeln warten. Die Stärke des Napoljonska sind jedoch die Waffeln. Wer sich für eine Basis-Waffel, z.B. die vegane Dinkelwaffel (2,90 Euro), entschieden hat, darf nach Herzenslust garnieren: Schokosauce, Vanille-Eis, Smarties oder lieber frische Früchte?

Auch verschiedene Frühstücksangebote werden in dem kleinen Café auf der Kastanienallee auf den rosa-weiß karierten Tischdecken serviert. So enthält das „BioVitaminFrühstück“ vegane Pasten, Rohkost, Sprossen, Vollkornbrot und einen Spirulindrink (7,70 Euro), für die Kleinen gibt es das Kinderfrühstück mit Nutella, Marmelade und Kakao (3,50 Euro). Wer am Wochenende im Napoljonska vorbeischaut, muss mit längeren Wartezeiten rechnen.

Café Napoljonska
Kastanienallee 43
10119 Berlin
Mo-So 10 bis 20 Uhr (Sommer)
Mo-So 10 bis 18 Uhr (Winter)

Berlin Prenzlauer Berg: Morning Glory

„(What’s the story) Morning Glory?“ Ob sich das kleine Café auf der Kastanienallee in Berlin Prenzlauer Berg durch das Lied von Oasis hat inspirieren lassen? Vielleicht war es auch eher der gute alte Spruch „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, welcher den Besitzern des Ladens im Hinterkopf schwebte. Letzterer würde auf jeden Fall besser zum Konzept passen, denn das „Morning Glory“ hat lauter Dinge auf dem Speiseplan, die einem den (verkaterten) Morgen versüßen.

Wem es nach ausgiebigen Alkoholgenuss nach Vitaminen verlangt, der kann aus dem reichhaltigen Angebot an Smoothies und ausgefallenen Saftkreationen auswählen: Der „Immunbooster“ zum Beispiel enthält Sellerie, Limette, Apfel, Karotte, Rote Beete und Ingwer und bewirkt, dass man sich bereits nach dem Lesen der Zutaten gesünder fühlt. 0,2 Liter kosten 2,40 Euro, 0,4 Liter 3,50 Euro.

Auch die große Auswahl an Frühstücksmöglichkeiten könnte bewirken, dass man die grauen Zellen an einem Sonntagmorgen besonders anstrengen muss. Soll es das Birchermüsli sein oder lieber frischer Obstsalat? Zu fortgeschrittener Stunde stehen zudem verschiedene Bagels, Baguettes, Salate und Suppen auf der Karte (zwischen 2,90 Euro und 5,50 Euro) – selbstverständlich alles liebevoll hausgemacht. Dass viel Liebe in dem kleinen Café steckt, welches so prominent auf einer der Hauptstraßen des Prenzlauer Berg liegt, lässt sich überhaupt in jedem Detail erkennen.

Ebenso wie die Vorliebe für Vögel: Über der Speisekarte und an den Tischen wachen Origami-Vögel über die Gäste, eine Wand ist Tapete verziert, deren Motiv an das Arts & Crafts Movement des ausgehenden 19. Jahrhundert erinnert und in der einsehbaren Küche hängen Vogelprints von Charley Harper. Während im Innenraum des „Morning Glory“ hohe Tische und Hocker mit Blümchenmuster zum Kaffeeklatsch bereitstehen, werden die Heißt- oder Kaltgetränke auf der Terrasse auf Nierentischen abgestellt. Man selbst lehnt sich in die neonfarbenen Lamellensessel zurück und beobachtet das Treiben auf der Straße.

Morning Glory
Kastanienallee 35
10435 Berlin
Mo-Fr 8 bis 20 Uhr
Sa/So 9:30 bis 20 Uhr

Berlin Prenzlauer Berg: Glücklich am Park

Waffeln machen glücklich – dieses Motto steckt unter anderem hinter dem Konzept des „Glücklich am Park„, der kleinen Schwester des „Kauf dich glücklich“, welches sich am unteren Ende der Kastanienallee an der Grenze von Prenzlauer Berg und Mitte befindet. Um dem Spruch gerecht zu werden und den Heißhunger auf Süßigkeiten im Nu zu bekämpfen., stehen dort Waffeln und Crêpes in allen nur erdenklichen Varianten bereit.

Nicht nur dank seiner prominenten Location direkt am Weinbergspark und auf einer der beliebtesten Flaniermeilen Berlins kommt es hier mitunter zu langen Schlangen im Eingangsbereich: Das ausgeteilte Eis kommt in Pastellfarben und vollmundig schmackhaft über die Theke, die Crêpes sind liebevoll garniert mit Schokosauce, auf den frischen Waffeln tummeln sich heiße Kirschen. Oder bunte Streusel, Vanilleis, Schokoflocken oder gar Räucherlachs… Dass das Essen vorzüglich, nicht überteuert und der Service auch zu Rush-Hour-Zeiten zügig ist, hat sich weit über die Grenzen des Stadtteils herumgesprochen.

Während im Sommer verschnörkelte Eisenstühle mit poppigen Polstern dazu einladen, auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Café einen kleinen Hauch „Pariser Bohème der 1960er Jahre“ zu verspüren, laden im Winter ebenso bunte Sessel unter Tütenleuchten aus den 1950er Jahren zum Kaffee-und-Waffel-Schmaus auf einer kleinen Empore im Laden ein.

Wer sich den Puderzucker erfolgreich aus den bereits jetzt mit ziemlicher Sicherheit grinsenden Mundwinkeln gewischt hat, könnte jetzt noch einen Abstecher in den angehängten Verkaufsraum des „Kauf dich glücklich“ machen (die mittlerweile zu einer Ladenkette gewachsen sind und uner anderem in Münster, Köln und München zu finden sind). Eine kleine und feine Auswahl an Kleidern, Strickmänteln, Lederschuhen und Accessoires passt farblich und thematisch wunderbar zu den zuckrigen Waffeln.

Glücklich am Park
Kastanienallee 54
10119 Berlin
Mo-Fr 11-22 Uhr
Sa/So 10-22 Uhr

Berlin Prenzlauer Berg: St. Gaudy

Das St. Gaudy ist bereits seit längerem eine Institution im Norden des Prenzlauer Bergs und erste Anlaufstelle für alle, die der deutschen Sprache (noch) nicht so gut mächtig sind. Die Speisekarte ist zweisprachig, ebenso das Personal und ein- bis zweimal die Woche finden hier abends zwanglose Zusammentreffen statt, bei denen man sein Deutsch oder Englisch aufhübschen kann.

Auch tagsüber lässt es sich hier gepflegt entspannen, sei es bei Frühstück, Mittagsmenü, Kaffee und Kuchen oder Abendbrot – das St. Gaudy hat ein äußerst vielfältiges Angebot parat. Was auch so sein muss, schreiben die Betreiber in ihrem Blog, da es einfach zum Konzept dieser Stadt passt. Die Mittagsmenü sind fast ausschließlich vegetarisch und preislich gesehen für Berlin etwas höher angesetzt: Meine Grüne-Bohnen-Zucchini-Suppe kostete 4,20 Euro, dafür gibt es aber frisch gepressten O-Saft für 2,50 Euro und Kaffee bereits ab 1,50 Euro.

Auch die Einrichtung passt zum offenen „Alles ist möglich“-Konzept von Berlin: Ein paar altbackene Stühle aus Omas Esszimmer hier, die obligatorischen Sessel aus den 50er Jahren (in denen man immer so herrlich tief einsinkt) da, schwarz lackierte Bistro-Stühle dort. Dazwischen Grünpflanzen, Kissenbezüge mit Ethno-Muster, Herzschmerz-Musik und wechselnde Ausstellungen an den Wänden. Ein sympathischer Ort, an dem man ohne Probleme den ganzen Nachmittag verbringen kann.

St. Gaudy
Gaudy Str. 1
10437 Berlin
Mo-Fr 8 bis 20 Uhr (oder später)
Sa-So 9 bis 19 Uhr (oder später)

Berlin Prenzlauer Berg: Café Niesen

Am nördlichen Ende des Mauerparks in Prenzlauer Berg und in Sichtweite des Gleimtunnels (der damals die Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, Ost und West markierte) liegt das Café Niesen. Heutzutage schaut man dort nicht mehr auf die Berliner Mauer, wenn man sich ein Käffchen auf der Holzterasse genehmigt, sondern auf den durchgestylten Kiez.

Vor einiger Zeit sorgte das Niesen für Furore in Berlin, als es kleines Separée einrichtete – in welchem seitdem nur Erwachsene sitzen dürfen. Selbstverständlich führte das zu einem hysterischen Aufkreischen der Prenzlberg-Muttis und empörten „Diskriminierung“-Rufen. Aber das Café Niesen behielt die Schnullerfreie Zone allen Protesten zum Trotz und so kann man auch heute noch seine Suppe oder das Stückchen hausgemachten Kuchen schnabulieren, ohne dass einem kleine Schreihälse den Löffel aus der Hand reißen.

Eine Kinderspielecke gibt es aber natürlich auch in der kleinen Lokalität auf der Ecke, mitten zwischen Polsterstühlen aus den 50er Jahren und robusten Holztischen mit Weinflecken. Typisch Berlin, eben. Das Café hätte ungefähr den Charme der Wartehalle eines Busbahnhofs, hörte ich zuletzt jemanden sagen. Wie gerne würde ich an Busbahnhöfen warten, in denen frische Rosen auf dem Tisch stehen, die Kaffeemaschine brodelt, leise Jazz-Musik läuft und an der Theke stets eine Schale mit Gratis-Keksen bereitsteht!

Ein Gläschen frisch gepressten O-Saft (2,50 Euro) oder ein Stückchen Kirschkuchen  kann man sich hier ab und an durchaus genehmigen. Auch Sandwiches und Suppen stehen auf dem Programm.

Café Niesen
Schwedter Straße 78
10437 Berlin
Tägl 11 bis 22 Uhr